Sich durch Mitmachen ruinieren

18.10.09

Der elektronische Text, der sich frei bewegt, und der frei angereichert, manipuliert und appropriiert werden kann, benötigt den Autor nur als Referenz, als imaginäre Quelle des tausendfach gebrochenen Echos; die kollektive Textproduktion aber wird zugleich „pervers“, da sie objektiv unter Bedingungen der Sklavenarbeit, subjektiv aber unter denen der „Freizeitgestaltung“ entsteht. Der Autor hat schließlich kein Recht mehr auf Leben von seiner Arbeit, aber auch kein Recht auf seine Arbeit selbst. Er ist offensichtlich Avantgarde auch im Projekt der Selbstaufhebung.

Georg Seeßlen: Die letzte Avantgarde im Kapitalismus und der Mythos vom long tail (Gut ist u.a., dass hier ausgerechnet im “Freitag” die – J. Augstein anscheinend oder missverstandenermaßen eher desinteressierende – Bezahlung freier Mitarbeiter von Zeitungen angerissen wird.)


K. s. g.

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