23.09.09 Ein paar Mal habe ich ihn in den letzten Jahren samstags noch zum Holzmarkt hinauf gehen sehen, gestützt vom Stock, wie er mit rätselhaft-neugierigem Blick das Tübinger Wochenendgewusel fixierte, um es im nächsten Moment an sich vorbeiziehen zu lassen. Sein Blick erinnerte einen wieder daran, dass er nicht mehr lehrte und warum das so war. Ich war damals nur kurze Zeit vor Ort. Für die Zwischenprüfungsarbeit bin ich ein, zwei oder drei Wochen lang in den neu eingerichteten “Computerpool” ins Schloss gegangen, um meine handschriftliche Version abzutippen; WordPerfect auf Windows 3.01. Computer waren Schreibmaschinen und digital erstellte Hausarbeiten am Institut noch neu. Als ich ihm den Ausdruck gab, sagte er, dass ich alleine fürs Layout und den sauberen Satz eine sehr gute Note bekommen sollte. Mit Schulnoten wurde am LUI in TÜ traditionell außerordentlich lax umgegangen, und weil ich nach Berlin ziehen wollte und diese Note fürs Zeugnis noch fehlte, war das ein nettes, lässiges Angebot. Er wollte mir schon “sehr gut” auf den Schein schreiben, aber ich glaube, dass ich ihn davon abhalten konnte. Ich hatte ihn / es noch nicht verstanden. – Nun ist Utz Jeggle gestorben.