NDiaye, Autoportrait

3.11.09

Plus tard, la mère de Jenny me confie que la pendue a frappé à sa porte dernièrement. La mère de Jenny a ouvert, a reconnu la première femme d’Ivan et a perdu connaissance. Elle me dit que c‘était uns très belle femme, plus belle et plus lumineuse qu’avant, et qui souriait avec beaucoup de gentillesse et de confiance en soi.

Marie NDiaye, Autoportrait en vert, p. 69.

(Erst vor ein paar Wochen in Frankreich das erste Mal etwas von ihr gelesen; ein kurzes Buch. Und weil ich geahnt hatte, dass mir, wie so vielen, bald entgegengelabert werden würde, und ich schätzte, dass sich das Gelaber über 400 Seiten hinziehen würde, und daher die Zeit für das mehrere hundert Seiten starke Trois femmes puissantes knapp werden könnte, obwohl nur eines fehlte, nämlich mir der Mut vor NDiayes Sprache, und da das Loslabern ja nun zunächst, jedenfalls bei der ersten Lesung, nur schwer als Vierhundert-Seiten-Lektüre zu inszenieren ist, muss ich es jetzt, nach dem Prix Goncourt, bestellen habe ich jetzt, nach dem nun verliehenen Prix Goncourt, eine weitere gute Chance, endlich mal zum Franzosen in die Linienstraße zu gehen. Durchsage zu Ende.)


NDiaye II

11.10.09

Ich bin zur Schule gefahren und habe dem Lehrer gesagt: „Ich bringe Sie jetzt zur Polizei.“ Das Einzige, was er hervorgebracht hat, war: „Wissen meine Eltern davon?“

Marie NDiaye im Interview


zesi, zasi

22.09.08

“So, hier also jaaah hier bin ich jetzt in meiner Eigenschaft anwesend als der Jurypräsident, der Ihnen allen und jaaahhh den Pherinfoplexen jetzt die pfamms Antwort gibt für auf öhm unsern Preis, den wir zesi, zasi zusammengerührt haben durch uh mehrere Stiftungsspenden und jaaahh die ganze Knete von der Verkaufsbank hopp und vom Schnitzelschwein.”


[body]

27.10.05

In dem Haus am See sitzen 25 Menschen, trinken Rotwein und warten auf Klein (und die anderen gucken Arte Kluge Maischberger Heidenreich nicht zu Ende gedacht, aber beinahe dafür geschämt, dass meine Gedanken noch niederer als vermutet sind, entsetzlich erbärmlich nämlich, wenn ich nur einmal meinem kleinen Leben entfliehe). Der Schriftsteller erzählt, dass ein A. Z. ihm in der Jugend den absichtlich albernen Namen body verpasst habe, obwohl oder weil er eben keine Sportskanone gewesen sei. Seine karge Statur und zahlreiche Hinweise im Vortrag lassen erahnen, dass er nun dauerläuft.

Natürlich ist er ein sympathischer, humorvoller Mensch. Nach der Lesung blieb jedoch keine andere Alternative, als schnell vor der unüberwindbaren Aufgabe – der Autor nannte es ein Angebot, ihm face to face einen korrekten Fragesatz zu stellen – zu flüchten. Diejenigen, die blieben, die das Gespräch mit dem Sprachchampion nicht scheuten und vollzogen, die eigens herbei geschleppte Bücher zur Signatur bereithielten und nach der Niederschrift beglückt im Arm hielten, beneidete ich in der S-Bahn und später in der Nacht unendlich lang für ihren keine Blöße scheuenden Mut.



[büscher]

22.02.05

alles land östlich von berlin ist krähenland. (berlin-moskau, seite irgendwas.)



lost in

30.01.05

For a long time I used to go to bed early hört sich nach mehrmaligem Vorlesen immer noch nicht so richtig gut an. Stimmt? Ja ja, stimmt. Proust auf englisch: Volume 1, Proust auf französisch: Tome II. Via je-b-Furl.


schaufenster dichten

30.01.05

»dann andere sorgen: den guten zeitpunkt verpasst zu haben, als ein eindruck, eine idee, eine erfahrung noch pulsierte und fordernd war, zu wissen was ich daraus machen wollte, in dieser ganz besonderen art, die kein wissen ist, sondern ein warten, alle zehn finger auf der tastatur, und dann erst, nachdem das passiert ist, die arbeit daran. die arbeit ohne dieses unwissentliche vertrauen im rechten moment (und die zeit dafür zu haben, genau in diesem moment), das ist keine schöne sache. das ist melancholische arbeit an etwas, das hätte viel besser sein können, jetzt ist es nichts. den balg aushalten und an ihm reissen. gleichgültig wieviele tage und wochen ich in dieses gedicht gewillt bin zu investieren. es ist eine spätform, it s over. ich hab s verpasst. sich fremd werden, fremd werden gegenüber freunden, sich fragen, woher das kommt. dann wieder, aber kann ich nicht, kann ich das nicht doch, doch besser machen..«
Monika Rinck: dichtung und alltag – in neue dichte, einer Website, in dem zwölf Autorinnen und Autoren seit einem Jahr schreiben, was Sie am Dichten und Denken interessiert; via random items – old stuff, ich glaube, dieses Jahr ist bereits vorüber.


PDP, Perec

24.01.05

»Ce petit lexique perecquien est composé de deux cent quatre-vingt-six (vingt-six fois onze) notices comportant chacune entrée et définition.
Chaque définition est composée d`un emprunt à un dictionnaire (aussi souvent que possible le Larousse du XXe siècle en six volumes, édition de 1928) assorti d`un commentaire reliant l`entrée à (au moins) un écrit de Georges Perec.«
sehr schön: petit lexique perecquien; via remue.net.


Großmaul

16.01.05

Immer voll drauf hauen, mit großer Klappe – respektlos wie eh: James Ellroy in einem Interview (Dezember 2004). Immerhin: Irgendwann gibt`s einen Nachfolger zu The Cold Sixthousand. Das Buch, das kommenden Monat erscheint, wird ja nur ein Kurzgeschichtenband sein – und Kurzgeschichten kann Ellroy ja nicht so gut. Richtig gut ist er ja erst ab ca. 450 Seiten.


[Zettel des Tages]

30.11.04

962
die            Pym
wuppernden
Eingeweide
1) Stephens, II, 12
2) Irving, ’Astoria’?
L + C?

(Der heutige Zettel des Tages bei der Arno Schmidt-Stiftung. Sehr schlicht gestaltete, angenehme und reichhaltige, offenbar: fette Seite. Das bisschen Javascvriptgeschnipsel betrübt bei der Fülle des Materials gar nicht. Kannte ich nicht.)


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