12.01.05»Dabei dreht er eine entscheidende Geste von Kippenberger um: Auffälliges Zentrum von dessen acht Bildern ist das Porträt eines obszönen wie komisch autoritären und triumphal sexuellen Eises am Stil, das damals Langnese herausbrachte, den so genannten Flutschfinger. Kippenberger liebte solche Grotesken der Massenkultur: Er benutzte sie auch, um zu zeigen, dass die Massenkultur ihre zahm-bedenklichen Kritiker längst an Frechheit übertroffen hatte. Diese Frechheit wird von Kippenberger genutzt, um die Nachdenklichkeit auf die Dringlichkeit hinzuweisen, etwas schneller deutlicher zu werden. Hier verschmelzen all die erhitzten rhetorischen Gemeinplätze erhobener Zeigefinger, Stinkefinger, Fistfuck und geballter Faust zu einer Monstrosität, einem Monument auch für die Dürftigkeit und Vergeblichkeit der Frechheit - Flick hat erkennbar nur Freude am Dummfrechen an und für sich.«
Das hatte ich gesucht, nicht gefunden und wieder vergessen: Diedrich Diederichsens
Text zur Tagung »Heil dich doch selbst!« im Dezember `04, via
Mbautes Furl. (Demnächst soll ja sein Buch über Kippenberger erscheinen; ein Wasserstand theoretischen Erzählens. Erster Artikel von DD auf den ich gestoßen bin vor 15 Jahren oder so: Kippenberger, gar nichts verstanden, kein Begriff, das ging immer so weiter; mittlerweile ist das eine Erzählung, die einen unaufhörlich, über bald mehrere Jahrzehnte, begleitet.)